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Dreams and Realities
Künstler: PSJM, Avelino Sala

Im November ist in den Räumlichkeiten der Galerie WHITECONCEPTS die Ausstellung der spanischen Künstler PSJM und Avelino Sala zu besuchen.
Obwohl die drei Künstler sich in ihrer Medien- und Darstellungsweise sehr unterschiedlich ausdrücken, haben die Künstler in ihrer kritischen Reflexion über das, was die Realität und ihre Kontemplation der Gegenwart und der Zukunft ausmacht, einen ähnlichen Ausgangspunkt. PSJM, wie auch Avelino Sala sind politisch aktiv und an zeitgenössischen Fragestellungen interssiert. Ihre Ausstellung „Dreams and Realities“ in der Galerie WHITECONCEPTS wird ein Konglomerat aus einzigartigen, nachdenklichen und kritischen Aspekten in ihren Werken.
PSJM wurde 2003 gegründet und ist ein Künstlerduo, welches sich aus Pablo San José (*Mieres, 1969) und Cynthia Viera (*Las Palmas, 1973) bildet und in Berlin ansässig ist. Hinter der Bezeichnung PSJM birgt sich eine kritische künstlerische Grundhaltung, die Fragen nach dem Kunstwerk auf dem Markt, der Kommunikation mit den Käufern oder der Funktion als künstlerische Qualität stellt und die kommunikativen Ressourcen des spektakulären Kapitalismus nutzt, um die Relevanz der Paradoxien hervorzuheben, die ihre eigene chaotische Entwicklung bewirken.
PSJM zu treffen birgt die Anforderung, die traditionellen Annahmen über künstlerisches Handeln auszuklammern. Hierbei ist teilweise unklar, ob man mit Künstlern oder Kreativen aus der Werbebranche arbeitet. Mit \"Ex perimental Marketing\" präsentiert PSJM bewusst diese Arbeitsstrategie. Es ist hierbei zunächst unklar ob es sich um Kunst oder um Geschäftemacherei handelt. Ihr Wortspiel betont den geschäftlichen Charakter der Kunst und bezieht sich auf den klassischen Zynismus, der darauf abzielt, Bräuche und soziale Konventionen zu einem Punkt der Absurdität und der Lächerlichkeit zu bringen. Darüber hinaus entdeckt dieses riskante Geschäft den Künstler als kapitalistischen Wertherausgeber und das Kunstwerk als Warenfetisch.
Revolution und Aufstand als poltische Mittel sind im Werk von PSJM ebenso Thema wie der Kunstmarkt und der Kapitalismus. Hierbei geben sie sich Visionen hin, die ein mögliches Ergebnis einens wirkungsvollen politischen Ausdrucks von bürgerlicher Seite schildern. PSJM imaginiert sich die Welt nach diesem Bruch als einen Neuanfang ohne jegliche Strukturen und somit ohne eine Möglichkeit an etwas Kritik zu üben, dennoch nicht unter Ausschluss von Freundschaft und Vertrauen unter den Menschen und umweltfreundlichen Interessen.
Das Duo arbeitet mit Medien wie lackiertem Aluminium, Laminat auf Holz, Acryl auf natürlichem Leinen und Gouache oder Tinte auf Papier. Darüber hinaus haben sie ihre kreative Arbeit zu Skulpturen, Wandmalereien und Videos erweitert. PSJM hat bereits in Städten wie New York, Basel, Miami, Berlin, Sao Paulo, Stockholm und London ausgestellt und war auch in vielen Gruppen- und Einzelausstellungen in Spanien vertreten. Kürzlich wurde PSJM in die Publikation „Jünger als Jesus\" aufgenommen. Das wesentliche Handbuch zur Zukunft der Kunst des neuen Museums von New York, veröffentlicht von Phaidon.

Avelino Sala (*1972, Gijón/ ESP) schloss sein Studium in Großbrittanien ab und kehrte dann nach Barcelona zurück, wo er lebt und arbeitet. Seine künstlerische Tätigkeit hat ihn dazu bewogen, die kulturelle und soziale Realität mit ihrer spätromantischen Perspektive mit einer kontinuierlichen Erforschung sozialer Bilder zu hinterfragen. In seiner Arbeit ist er bemüht, die Kraft der Kunst als experimentellen Raum zu überprüfen und neue Welten durch ihn zu erschaffen.
Die Ästhetik, die zu einem großen Teil ethisch bestimmt ist, tritt im Werkprozess Avelino Salas zunehmend auf und formuliert einen Diskurs, der sicherlich persönlich, kohärent und doch komplex in seinen Lesungen und seinem Aussehen ist. Die Vielfalt der technischen Mechanismen brachte expressive Ausdrucksweisen hervor, wie unter anderem das Video, die Skulptur, die Fotografie, das Neon, die Zeichnung oder die Pluralwelt der Gegenstände. Für Sala behalten sie ihre kohärente Idee von Kunst, während sie dennoch stets verschiedene Aussehen zeigen.
Sala´s Bilder erscheinen uns weitgehend wie Allegorien oder Metonymien, die die Einsamkeit des Individuums veranschaulichen, die Schwächen, die in der eigenen Persönlichkeit entstehen und, während das Selbst dem Wesen der Geschichte des globalen Diskurses unterliegt, in den Zwischenräumen fließen und sich Fragen zur Identität und zum Gedächtnis stellen. Dies bejaht wiederum nichts anderes als die Verderblichkeit und die Zugehörigkeit zu einer Art von Nicht-Ort.
Nach Salas Ansicht ist die Arbeit des Künstlers so komplex geworden, dass sie derzeit endlose Strukturen bietet, die nicht nur den Produktionsaufwand der Arbeit reduzieren, sondern auch als Strategie gedacht sind, die verschiedene Stufen aus der Öffentlichkeitsarbeit, Theorie, Planung und Präsentation von Projekten durchläuft, um ökonomische Ressourcen aufzudecken und zu implementieren. In der Tat ist der Künstler ein Kulturmanager, ein PR-Spezialist, ein Produzent seiner Arbeit, ein Verleger, ein Designer, ein Galerist und vieles mehr. Sala glaubt, dass die Künstler immer mehr dazu neigen, ein Büro oder ein Lager zu nutzen anstatt ein Studio. Die romantische Idee des Elfenbeinturms ist mit der Zeit vergangen.
Das Wichtigste für Sala ist, die passende Zeit für jede Aktivität zu haben, um alles zu genießen und auch, um ein ernsthaftes und ehrliches Produkt seiner Arbeit zu erhalten, da auch die strukturelle Basis scheitert, wenn die Arbeit fehlschlägt.
Sala zeigte seine Werke bereits auf vielen Gruppen- und Einzelausstellungen in renommierten Ausstellungshäusern und Galerien vor allem in Spanien, aber auch in Frankreich, Italien, England, Bulgarien, Tschechien und Kuba. Im Jahr 2010 erhielt er ein Stipendium der Royal Academy of Spain in Rom und eines der Centre de Arte Le Lait von Albi in Frankreich. Im Jahr 2014 lebte er in der Residency Unlimited und im Laboral Art Center in New York.

Vernissage:Donnerstag, den 09.11.17
19:00
Beginn der Ausstellung:Donnerstag, den 09.11.17
Ende der Ausstellung:Montag, den 27.11.17
Ort der Ausstellung:WHITECONCEPTS Gallery
Auguststraße 10
10119 Berlin

www.whiteconcepts-gallery.com
Öffnungszeiten: Mo - Fr 11:00 - 17:00